Icon Toneingabe

FAQ zur Soundbearbeitung am Macintosh


mac-recording.de www

5.2 Was hat eine MusikCD denn für ein Format?

Hierzu gibt es eine sehr ausführliche und technische Ausführung von Pascal Gienger die in der ehemals existierenden Newsgruppe <de.comp.sys.mac> (jetzt aufgegangen in de.comp.sys.mac.misc) am 13. Juni 2000 gepostet wurde. Die Original-Nachricht ist unter der Message-ID: <8i3n8o$stt$1@stu1id2.tesion.de> zu finden.

Newsgroups: de.comp.sys.mac
Subject: Re: Frage, von Formate von MusikCDs
From: Pascal Gienger <finesse@gmx.de>
Date: Tue, 13 Jun 2000 00:13:04 +0200


In article <1ec46su.n0zqkz1lh7h4mN%yelowstone1@gmx.de , yelowstone1@gmx.de (Raimundo Quiroga) wrote:
> Reinhard Wiesler <reinhard.wiesler@chello.at> wrote:
>
> > 1. WAVE und AIFF sind nicht das Selbe
> > 2. Audio-CD's sind weder das Eine noch das Andere
>
> Danke für die Info, was hat eine MusikCD denn für ein Format?
 
Musik-CDs bestehen aus Sektoren, die 2352 Byte Länge haben. Zwei dieser Sektoren ergeben einen Frame. Ein Frame hat 1/75 Sekunde 2-Kanal-Ton, die Samplingfrequenz beträgt 44100 Samples pro Sekunde à 16 bit.
Jeder Frame hat einen Q-Sub-Channel, in dem drinsteht, zu welchem Track und zu welchem Index der Frame gehört, inkl. Prüfsumme (NUR ÜBER DEN Q-Channel!), Musikdaten haben keine Prüfsumme (damals musste man Platz sparen). Dadurch benötigen CD-Player Fehlerkorrektur-Automatismen, um fehlerhafte Bits zu "erraten" bzw zu interpolieren.
Anhand der Prüfsummenfehler des Q-Sub-Channels kann man ungefähr rauslesen, welche Qualität die gelesenen Musikbytes besitzen.
Am Anfang steht das TOC, welches als eine Einheit dastehen kann ("Disk at once") oder als verkettete Liste ("Track at once"). Im TOC steht für jeden Track die Länge (in Frames) und der Startframe, ab dem INDEX 1 losgeht. Somit können von CD-Spielern nur die Index-1-Startpunkte angefahren werden, weitere Indexmarkierungen sind nicht direkt anspringbar. Viele Player stellen den Index dennoch dar und bemerken den Sprung zum nächsten eben durch den geänderten Q-Sub-Channel.
Die Frames mit Indexnummer 0 gehören übrigens zum "Pre-gap", das ist das, was die meisten CD-Spieler mit einer negativen Zeitangabe angeben. Es ist die Pause zwischen Musikstücken, die aber eben auch mit Daten gefüllt sein kann. Wird die CD im Track-at-once-Verfahren beschrieben, kann jedoch diese Zwischenlänge nicht individuell bestimmt werden (...). Merke also: Brenne DAO und nie TAO. Dazu muss natürlich die komplette Struktur der Audio-CD vorher festliegen inkl. dem gesamten TOC.
Unter Unix macht cdrdao(1) das wunderschön.

Die Unterscheidung "AIFF", "WAV" oder wie sie sonst alle heißen macht Dein Brennprogramm. Viele sind nur in der Lage, relativ wenig Sound- formate zu erkennen und die Daten entsprechend auf die CD zu schreiben.
Wichtig ist nur, dass Deine Samples 16 bit Breite haben und das es 44100 Stück pro Sekunde sind.

Ach so: Daten-CDs haben 2048 Byte pro Sektor, der Rest ist die Prüfsumme. Daher halten Daten-CDs länger. Nur irgendwann sind auch dort zuviele Bits umgekippt und die fehlenden Bits nicht mehr aus der Prüfsumme errechenbar. --> CD in den Mülleimer.

Pascal

Wer weitere Informationen bekommen will, der kann auch die PDF-Datei herunterladen in der die 'Compact Disk Standards' aufgeführt sind. In dieser Beschreibung gibt es auch eine anschauliche Grafik in der die Unterschiede der verschiedenen (Audio-)CDs aufgezeigt werden.


URL dieser Seite:  <http://www.mac-recording.de/audiocd_format.html>

Dieses Dokument wurde am 20-Sep-03 das letzte Mal verändert.

Clemens Beier

Valid XHTML 1.1!