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FAQ zur Soundbearbeitung am Macintosh


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3.5. Auf was soll ich bei der Rohlingauswahl achten?

Hier möchte ich in erster Linie auf einen Artikel aus der Newsgroup <de.comp.sys.mac.misc> verweisen. Jörg Erdei hat sehr anschaulich seine Erfahrungen geschildert und ich gebe das hier in Auszügen wieder. Seine Aussagen decken sich mit vielen Berichten aus anderen Threads und Newsgroups. Die Message ID dieser Nachricht ist <Message-ID: <1ef1y4f.1qop60x21er34N@[148.190.15.207]>.

Newsgroups: de.comp.sys.mac.misc
Subject: Re: CD-Rs vernichten - ein Test via Mikrowelle
From: Joerg Erdei <a8604659@unet.univie.ac.at>
Date: Tue, 8 Aug 2000 17:45:53 +0200 Organization: University of Vienna

Von jeder Firma hat es schon mal schlechte Patches gegeben, selbst bei den (...) hochgeschätzten Medien von Mitsui. Wo immer einer schreibt 'nimm XXX, die machen nie Probleme' schreibt irgendwer zurück 'nie wieder XXX, nur Probleme'. Beispiele hierfür sollten sich leicht in <news:comp.publish.cdrom.hardware> finden lassen. Da möchte ich doch auch gleich auf die fabelhafte FAQ der comp.publish.cdrom.* Gruppen verweisen, sehr informativ und ausführlich: <http://www.fadden.com/cdrfaq/> Meine ganz persönliche Conclusio für jeden, der es unbedingt wissen will:
1) Die Fehlerraten sind bei den NoName-Produkten in den letzten Jahren merklich gestiegen, bei den Markenherstellern gesunken, und zwar sowohl die Fehlerrate frischer Rohlinge wie auch nach künstlicher Alterung.
2) Es gibt immer wieder unglückliche Kombinationen von Brenner-CDR; manche CDR/Brenner Kombination wirkt sich bei jeder Brenngeschwindigkeit deutlich negativ aus, manche nur bei einer bestimmten. Das Verhalten kann sich durch Firmware-Updates auch ändern. Wer sicher gehen will, sollte seine bevorzugte CDR-Marke mit allen Geschwindigkeiten testen (Audio-CD, auf möglichst vielen CD/DVD/Audio-CD Spielern auspropieren, Daten-CD mit dem erwähnten CDR-Scanner auf mehreren Laufwerken checken). Je wenige Probleme das Lesen frischgebrannter CDRs macht, umso mehr Reserve bleibt für künftige Verschlechterungen.
3) Manche 'schlechten' CDRs (i.S.v. fehlgeschlagener Verifikation) sind gar keine; oft liegt es an der zu langen Lagerung im ungebrannten Zustand (sei es beim Händler oder beim Endkunden); in diesem Zustand hält sich eine CDR nur 5-10 Jahre, danach sind Fehler beim Brennen vorprogrammiert. Selbiges gilt natürlich auch für bisher nicht benutzte Teile einer Multisession-CDR.
4) Brennen mit 1-facher Geschwindigkeit wirkt sich auf heutigen Brennern und CDRs eher negativ aus (wesentlich erhöhter Jitter, schlechtere oder ungleichmä§igere Reflektivität). Zwischen 2-8fach scheint am wenigsten Probleme zu machen, ausgenommen Punkt 2 schlägt zu. Vor ein paar Jahren war es noch andersherum: 1x und 2x lieferten deutlich weniger Jitter als 4x. Siehe dazu den ob der Erklärung der verschiedenen Jitter-Begriffe immer noch interessanten Artikel von Bob Katz: <http://www.digido.com/jitteressay.html>
5) Das beste und beständigste Medium nutzt nichts, wenn mal der Lack (besser: das Metall) ab ist, daher kann ich nur dringlichst zu Medien mit kratzfest beschichteter Labelseite raten (Pioniere auf diesem Gebiet waren Mitsui und Kodak; CDRs zum Bedrucken mit Tintenstrahlern bieten von vornherein einen etwas besseren Schutz).
6) Beschriften sollte man tunlichst nur den durchsichtigen Innenring, oder mit dafür geeigneten Spezialstiften (z.B. edding 8400). Wenn man CDRs selber vollflächig bedruckt, sollte man dies vor dem Brennen machen. Einerseits geht beim Brennen seltener was schief als beim Bedrucken, andererseits wirkt sich der Druck auf die Reflektivität aus (da die Metallisierungen heutzutage durchscheinend dünn sind). Die automatische Laserstärkenjustierung sollte also bei bereits bedrucktem Medium erfolgen.
7) 700MB/80min Medien schneiden meist ein wenig schlechter ab als ihre 650MB/74min Kollegen unter gleichem Label.
8) Nicht zerkratzen, kochen, braten, oder direktem Sonnenlicht aussetzen, wer das nicht beachtet ist selber schuld.
Meine Erfahrungen: Persöhnlich habe ich auf meinem Yamaha 4416 mit Kodak Gold Medien (mit InfoGuard Schutzschicht) beste Erfahrungen. Sony CDQ74CP haben sich (...) seit Jahren auf allen Brennern (fast alle Yamaha) bestens bewährt, nur ein Sony-Medium hatte eine mit freiem Auge sichtbare verfärbte Stelle in der Metallisierung, über die hinaus sich nicht brennen ließ. Maxmax 80min CDRs hatten ca 10% Ausfälle schon bei der Verifikation und wurden nicht mehr angeschafft, BestMedia 80min hatten keine aufs Medium zurückführbare Ausfälle (nur kleiner Patch!). Ich würde auch am liebsten Mitsui Gold CDRs verwenden, nur leider sind die in Wien kaum zu bekommen (...). Ich bleibe daher bei den Kodak Gold CDRs.
Jörg

Ebenfalls interessant in Bezug auf CDs: 5.2 Was hat eine MusikCD denn für ein Format?


URL dieser Seite:  <http://www.mac-recording.de/rohlinge.html>

Dieses Dokument wurde am 20-Sep-03 das letzte Mal verändert.

Clemens Beier

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